Schutz von Ameisen und Bäumen im Blickpunkt

Zu ihrer jährlichen Mitgliederversammlung hatten die Ameisenfreunde im Landkreis Tirschenreuth nach Falkenberg eingeladen. Da der erste Vorsitzende Michael Weiß stimmlich angeschlagen war, übernahm sein Stellvertreter Thomas Döhler den Rückblick auf 2023.

Im vergangenen Jahr wurden durch den 105 Mitglieder zählenden Verein zwei Nester von Waldameisen umgesiedelt, die zu nah an Wohngebäuden lagen und in den Wohnhäusern zu Problemen führten. Anläßlich des 35-jährigen Vereinsjubiläums wurde im Herbst das Oberpfälzer Freilandmuseum in Neusath-Perschen besucht, da hier auch eine Zusammenarbeit mit der Ameisenschutzwarte Bayern besteht, die dort einen Lehrpfad pflegt. Für das aktuelle Kalenderjahr gibt es schon einige Planungen, welche die fortwährende Betreuung von laufenden und neuen Projekten betreffen, unter anderem auch eine Besichtigung der Bereiche, in welcher der Ost-Bayern-Ring gebaut wird. Für zwei Nester besteht schon jetzt der Bedarf der Umsiedelung.

Hubert Fleischmann, zweiter Vorsitzender des Landesverbandes, warb in seinem Grußwort für die bevorstehenden Ausbildungen von neuen Ameisenhegern, wie im April in Neusath-Perschen, da der Erhalt der vorhandenen Bestände immer wichtiger wird. Der Rückgang der Insektenpopulation geht leider auch nicht an den Beständen der Waldameisen vorüber.
Als Referenten hatte der Verein den Baumsachverständigen Edgar Wenisch eingeladen, der betonte, dass besonders alte Bäume einen hohen Wert für die Natur haben. Alte Bäume bieten nicht nur vielen Arten eine Lebensgrundlage, sondern haben auch besondere Bedeutung in den Städten. Alte Bäume sorgen für Beschattung, senken im Sommer die Temperatur merklich unter ihrem Kronenbereich und filtern die Luft. Dazu brauchen aber Bäume die Chance, alt zu werden, denn um die gleiche Leistung von jungen Bäumen zu erbringen, braucht es bis zu 400 von diesen. Fledermäuse, Mäuse, Spinnen, Käfer und auch Ameisen finden eine Wohnung in alten Bäumen, die somit auch für den Artenschutz enorm wichtig sind. Wenisch kritisierte, dass leider viel zu häufig die Säge angesetzt wird, weil das jährliche Laub oder die Pflege des Baumes als zu aufwendig und vermeintlich teuer eingestuft werden. Bäume sind Lebewesen, die den Menschen um viele Generationen überleben. So ist eine 300-jährige Linde umgerechnet auf Menschenjahre gerade mal 27 Jahre alt, wenn man berücksichtigt, dass Linden 1000 Jahre alt werden können, und unbedingt erhaltenswert sind. Wenisch appellierte, sich für jeden älteren Baum einzusetzen und dankte den Verein für seinen Einsatz für Waldameisen.

Vereinsvorsitzender Michael Weiß, Thomas Döhler, Referent Edgar Wenisch, Cornelia Straubinger von der Unteren Naturschutzbehörde und Katharina Hage, 3. Bürgermeisterin der Stadt Kemnath (von links)

Hubert Fleischmann vom Landesverband während seines Grußwortes

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