Windrad

Die Suche nach unserem Windrad dauerte etwa zwei Jahre. In mehreren Abendsitzungen mit meinem langsamen ISDN-Anschluss (recht herzlichen Dank an die Telekom, die den Ausbau nicht schafft) besuchte ich in den Jahren 2006-08 diverse Webseiten, vor allem www.kleinwindanlagen.de für die Übersicht und das dazugehörige Forum, und schwankte zum Schluss zwischen der vertikalen Anlage Twister und dem Flip 150. Die positive Entscheidung für den Flip im Dezember 2008 fiel dann, weil sein Gewicht deutlich geringer war und somit der Mast weniger aufwändig werden musste. Der Twister hätte außerdem mehr gekostet.

Windrad in der KisteBild: Das war die Lieferung unsers Windrades. Innerhalb von zwei Tagen nach der Bestellung bekamen wir eine dicke Kiste von Solarteam Hacker.

Die erste Frage war: Dies soll ein Windrad mit 1,20 Flügeldurchmesser sein?

Im nächsten Schritt machten wir natürlich erstmal die Kiste auf und holten die Einzelteile heraus. Ich hatte die große Hoffnung, dass die Aufbauanleitung nicht von IKEA kam – was sich später auch bewahrheitete. DerZusammenbau gestaltete sich  sehr einfach und vor allem verständlich. Da hat  einmal jemand die Bedienungsanleitung geschrieben, der den Technikfreak nicht raushängen lässt.

Windrad Puzzle

Der nächste Schritt war eine Bestellung  bei der örtlichen Schlosserei: Ich hatte mich nach Rücksprache für ein 3-Zoll-Rohr als Mast für das Windrad entschieden. Als Mastfuß nutze ich zwei verbundende U-Profile (ein Techniker verzweifelt sicher bei diesen Bezeichnungen).

Der Fuß ist etwa zwei Meter lang, der Mast insgesamt 6,30 m. Die oberen 30 cm sind verjüngt, um das Windrad zu befestigen. WindradmastLeider hat uns dann der lange Winter im Stich gelassen, so dass ich erst im März mit meinen Grabungsarbeiten beginnen konnte. Das Loch wurde 70x70x110 cm groß. 10 cm wurden wieder mit Steinen und Split verfüllt und fest gestampft. Am 22.03. hatte ich begonnen, den Zement einzufüllen und musste mich leider am nächsten Tag über das Wetter ärgern: Regen, etwas später Schnee. Der Zement ist aber trotzdem hart geworden. Außerdem musste das Loch später noch mit weiteren sechs Sack aufgefüllt werden, so dass in dem Loch insgesamt 16 Sack Zement eingebuddelt sind.

Der nächste Schritt war das Schaufeln eines Grabens für das Erdungskabel und eines Lochs, um den 1,50 m Erdungsstab zu versenken. Das Ganze war noch entsprechend anzuschließen, damit es nicht einmal elektronische Spannungen gibt. Dann: Vorinstallation des Wechselrichters und des Anschlusses ans Stromnetz.

Unser KleinwindradJetzt mussten noch die Kabel durch den Masten bugsiert, die ganze Elektrik verbunden und nochmal durchgeschaut werden, ob nicht irgendwo ein Fehler bei Plus und Minus passiert war.

Nun noch den Mast hochheben, in die Senkrechte bringen und festmachen – das Windrad steht …

… und nichts passiert. Denn bis das erste, etwas stärkere Lüftchen kommt, braucht es 5 Tage. Aber nun habe ich gesehen, dass alles funktioniert.

Für mich gilt es aber nun noch zu überlegen, inwieweit die Bäume etwas zurückgeschnitten werden müssen, dass ich beim nächsten Umlegen (einmal im Frühjahr und Herbst zur Kontrolle) nicht mit den Flügeln durch die Zweige schramme.

Zum Abschluss noch eine kleine Aufstellung der entstandenen Kosten, zukünftig dann auch immer mal wieder die aktuellen Einspeisemengen.

Kosten und Bedarf für uns:

  • Windrad Flip 150 mit Wechselrichter und Zähler: 1272 €
  • Windradmast: 500 €
  • Elektroinstallation (5m Kabel, Leerrohre, Abzweigdose, Steckdose): 50 €
  • 15 Sack Zement: 60 €
  • 3 m Erdungskabel, einen 1,50 m Erdungsstab: noch keine Rechnung

Recht herzlichen Dank ans Solarteam Hacker aus 78112 St. Georgen. http://www.wind-mobil.de

Ergänzung zum Windrad am 02.05.2010:
Nach einen Jahr Betrieb unseres Windrades können wir das Fazit ziehen, dass die Technik funktioniert und auch schon Strom erzeugt worden ist. Allerdings viel weniger, als wir uns erhofft/gedacht hatten. Schuld ist sicher der nicht optimale Standort und der Mast mit nur 6 m Höhe.

Beim nächsten Projekt würden wir auf jeden Fall vorher.

  • Windmessungen vornehmen
  • die Masthöhe ausreizen bis zur Genehmigungspflicht, oder sogar ein Genehmigungsverfahren durchführen